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Fluglärmforum Süd Plattform der Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens Zürich

Fällanden, 13. August 2009

Fluglärmforum Süd nimmt Stellung zum SIL-Schlussbericht:
Kapazitätssteigerung auf dem Buckel
der Südbevölkerung ist völlig unakzeptabel

Das Fluglärmforum Süd, die Plattform der 35 Gemeinden und Städte im Südens des Flughafens Zürich, nimmt mit Erstaunen zur Kenntnis, dass der SIL-Schluss- bericht bezüglich der An- und Abflüge im Süden nochmals einen Schritt weiter geht als in allen bisherigen Berichten: Er bringt die Absicht des BAZL zum Aus- druck, die Südanflüge an den sensiblen Randstunden frühmorgens zu zementie- ren und sieht Südan- und -abflüge vor, welche nicht nur dem Verspätungsabbau tagsüber dienen, sondern in Spitzenzeiten sogar die Kapazität des Flughafens erweitern sollen. „Solche Vorschläge wird die Bevölkerung im Süden nie akzeptieren“, erklärt Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd.
Der SIL-Schlussbericht, wie er heute vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) vorgelegt worden ist, entspannt die politische Debatte über die Zukunft des An- und Abflugregimes am Flughafen Zürich in keiner Hinsicht. Im Gegenteil: Das Fluglärmforum Süd rechnet mit einer weiteren Vertiefung der bisherigen Gräben in den Regionen rund um den Flughafen, weil es dem BAZL nicht gelungen ist, die politischen Realitäten und Fragen in die Varianten des Schlussberichts einzubauen: Welche Rolle spielt ein Ge- kröpfter Nordanflug in Zukunft im SIL-Objektblatt? Wie kann jetzt mit Deutschland um einen Kompromiss gerungen werden, nachdem das BAZL aufzeigen will, dass sogar eine Kapazitätssteigerung auf dem bisherigen Pistensystem möglich ist?

Primat der Politik nicht vergessen
Die Antworten auf diese und weitere Fragen wird der politische Prozess liefern müssen. Dies steht fest. Das Primat der Politik gilt auch beim SIL-Prozess unverändert. Das Fluglärmforum Süd wird nun im Detail die umfangreichen Unterlagen prüfen und in die vorgesehene Vernehmlassung einbringen:

Wesentliche Forderungen der Flughafenbevölkerung nicht erfüllt
Bereits heute steht laut Richard Hirt, dem Präsidenten der Behördenvereinigung im Sü- den des Flughafens fest, dass wesentliche Forderungen der Bevölkerungen rund um den Flughafen Zürich nicht erfüllt sind:
Das Fluglärmforum Süd wird vehement ein SIL-Objektblatt bekämpfen,

- welches die illegalen Südanflüge zu den frühen Randstunden sowie am Abend zementiert und legitimiert
- welches Kapazitätserweiterungen mittels dem Südabflug geradeaus auf Kosten der Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung in einem der dichtest besiedelten Gebiete der Schweiz zulässt
- welches den Südabflug geradeaus zum Verspätungsabbau nutzt
- welches bereinigt werden soll, bevor eine tragfähige Lösung mit Deutschland gefunden worden ist und
- welches künftige moderne Anflugverfahren – insbesondere den Gekröpften Nordanflug – als Anflugvarianten nicht berücksichtigt, um den Süden und Osten des Flughafens so weit wie möglich zu entlasten.

„PR-Köder“ oder ernstgemeinte Avance des BAZL?

Das BAZL macht in den heute vorgestellten Unterlagen zudem die Aussage, dass im Konsultationsprozess grundsätzlich geprüft werde, ob der Süden überhaupt beflogen werden solle. Richard Hirt äussert sich hier unmissverständlich: „Ist diese Aussage nur ein PR-Köder, um den Süden ruhigzustellen? Sollte diese Aussage aber ernst gemeint sein, erwarten wir hier von Seiten des BAZL, der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons
Zürich und Unique rechtlich verbindliche Zusagen, dass die Aussage so gilt, wie sie gemacht worden ist.“



Über das Fluglärmforum Süd

Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform von 35 Gemeinden und Städten im Süden des Flughafens Zürich. Es vertritt über 300'000 Menschen in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Schwyz und Zug, die alle von den illegalen Südanflügen betroffen sind. Mit der Stadt Zürich ist der Süden des Flughafens eines der dichtest besiedelten Gebiete in der Schweiz.

Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtlichen Mitteln die widerrechtlichen und volkswirtschaftlich schädlichen Südanflüge zu stoppen.