zurück zur Seite Medienmitteilungen Fluglärmforum Süd Plattform der Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens Zürich

Fällanden, 6. Januar 2006

Gegenvorschlag des Zürcher Regierungsrats zur Plafonierungsinitiative: Interessant, aber nicht ausgegoren

Das Fluglärmforum Süd bezeichnet den Gegenvorschlag des Regierungsrats zur Plafonierungsinitiative als interessant, weil erstmals die Belästigung der Bevölkerung Mass für die Beurteilung des Fluglärms werden soll. Da der Regierungsrat weder die zulässige Zahl der Belästigten noch die geplanten Massnahmen präsentieren konnte, wenn der neuartige Lärmplafond überschritten würde, nimmt das Fluglärmforum Süd zum Gegenvorschlag heute nicht abschliessend Stellung. „Diese Vorlage ist noch nicht ausgegoren. Wesentliche Angaben muss die Regierung nachliefern, bevor wir abschliessend urteilen können.“ Keine Lösung bringen sowohl Gegenvorschlag als auch Plafonierungsinitiative in der Frage der Südanflugsproblematik. Was heute als Gegenvorschlag des Zürcher Regierungsrats zur Flughafen-Initiative präsentiert worden ist, hat einen innovativen Ansatz: Erstmals soll die Zahl der Flugbewegungen in Zürich-Kloten aufgrund eines Lärmplafonds festgesetzt werden. Sowohl die Zahl der Flugbewegungen des Plafonds als auch die Zahl der Belästigten werden aufgrund von Modellen errechnet werden. „Der Gegenvorschlag ist hoch komplex, weil virtuelle Modelle das abbilden sollen, unter dem die Bevölkerung täglich leidet. Es ist völlig offen, wie der Kantonsrat mit dem Gegenvorschlag umgehen wird“, kommentiert Kantonsrat Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd. Nicht vom Tisch ist mit dem Gegenvorschlag der breite politische Konsens über einen Plafond von 320'000 Bewegungen. Er widerspiegelt den Zustand des Flughafens im Jahr 2000 und dürfte im Kantonsrat eine Mehrheit bilden. Der Regierungsrat und insbesondere die Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer sind jetzt in höchstem Mass gefordert, das virtuelle Konzept des Gegenvorschlags greifbar zu machen und gegenüber Kantonsrat und Volk zu kommunizieren. Gelingt dies nicht, hat die Plafonierungsinitiative noch grössere Chancen, vom Volk angenommen zu werden. 2 Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform von 35 Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens Zürich. Es vertritt über 300'000 Menschen in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Schwyz und Zug, welche alle von den neuen Südanflügen betroffen sind. Mit der Stadt Zürich ist der Süden des Flughafens das dichtest besiedelte Gebiet der Schweiz. Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtlichen Mitteln die widerrechtlichen und volkswirtschaftlich schädlichen Südanflüge zu stoppen. Es fordert die schnellstmögliche Einführung des Gekröpfter Nordanflugs, der jetzt sogar vom Bundesamt für Zivilluftfahrt als technisch machbar erklärt worden ist und weit weniger Menschen neu mit Fluglärm belastet als in allen Regionen rund um den Flughafen.