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Fluglärmforum Süd Plattform der Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens Zürich

Zürich, 26. Mai 2008

Mutlose Begründung des Regierungsrats zur Behördeninitiative

Das Fluglärmforum Süd, die Plattform von 35 Gemeinden und Städten im Süden des Flughafens, bezeichnet die heute publizierte Haltung des Regierungsrats des Kantons Zürich zur Behördeninitiative als mutlos. Die führende Behördenorganisation im Süden des Flughafens kritisiert den Regierungsrat erneut, weil er eine Chance verpasst hat, den verloren gegangenen Goodwill mit einer etwas anderen Begründung wieder aufzubauen. Den ersten ZFI-Bericht bezeichnet das Fluglärmforums Süd als „Schlinge um den Hals des Flughafens“, weil beim derzeitigen massiven Bevölkerungswachstum im Kanton Zürich die magische Zahl von 47'000 Personen in ein bis zwei Jahren erreicht sein dürfte. Einzige sofort umsetzbare Lösung, um dies zu verhindern, ist die sofortige Einführung und der Ausbau des Gekröpften Nordanflugs. Den gleichen, direkt wirksamen Effekt hat eindeutig die Streichung der Südanflüge an den sensiblen und ZFI-relevanten Randstunden. Das Fluglärmforum Süd bezeichnet die heute bekannt gewordene Begründung zur Ablehnung der Behördeninitiative als mutlos. Dass der Regierungsrat diese von 69 Gemeinden eingereichte Behördeninitiative nicht unterstützt, ist nicht erstaunlich. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hätte es aber in der Hand gehabt, mit seinen Äusserungen etwas Goodwill an der Basis im Kanton wieder aufzubauen. Zu betonen, dass die um eine Stunde erweiterte Nachtsperrordnung und der Plafond den ZFI überflüssig machen würden, ist politisch falsch. „Niemand glaubt dem Regierungsrat, dass eine Drehkreuzfunktion am Flughafen mit 8 Stunden Nachtruhe und einem Plafond von 320'000 Bewegungen nicht möglich wäre. Das letzte Wort hat hier einmal mehr der Kantonsrat, der darüber bestimmt, ob die Behördeninitiative vors Volk kommt oder nicht“, erklärt Richard Hirt, Präsident des Fluglärmforums Süd. 8,5 Prozent-Steigerung bei stark Lärmbetroffene ist massiv Der ebenfalls heute präsentierte erste ZFI-Bericht für die Jahre 2005 und 2006 zeigt eines: Fallen die Süd- und zusätzlichen Ostanflüge nicht sehr bald, hat der Flughafen eine Lärmbetroffenen-Schlinge um den Hals, der er nicht entkommt. Wie der Bericht deutlich zeigt, sind es vor allem die vermehrten Süd- und Ostanflüge, welche alle an den sensiblen Randstunden stattfinden. Diese führen zum massiven Zuwachs von 8,5 Prozent im Vergleich mit 2005.

Streichung Südanflüge und Gekröpfter Nordanflug können Flughafen Luft verschaffen Geht man davon aus, dass aufgrund der anhaltenden Sogwirkung des Wirtschaftsstandorts Zürich und der damit verbundenen Bautätigkeit die Bevölkerung insbesondere im Süden des Flughafens weiterhin stark wächst, liegt nur ein Schluss nahe: Die Grenze von 47'000 stark belästigten Personen wird in ein bis zwei Jahren erreicht, und der Flughafen muss Massnahmen ergreifen, welche diese Zahl unter 47'000 hält. Anstatt einschneidender Schritte wäre der Flughafen gut beraten, zusammen mit dem Kanton Zürich mit höchstem Druck darauf hinzuarbeiten, dass der Gekröpfte Nordanflug vorankommt und dass die Südanflüge endlich eingeschränkt oder aufgehoben werden. Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform von 35 Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens Zürich. Es vertritt über 300'000 Menschen in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Schwyz und Zug, welche alle von den illegalen Südanflügen betroffen sind. Mit der Stadt Zürich ist der Süden des Flughafens eines der dichtest besiedelten Gebiete in der Schweiz. Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtlichen Mitteln die widerrechtlichen und volkswirtschaftlich schädlichen Südanflüge zu stoppen. Es fordert die schnellstmögliche Einführung des Gekröpften Nordanflugs, der vom Bundesamt für Zivilluftfahrt als technisch machbar erklärt worden ist und weit weniger Menschen neu mit Fluglärm belastet als in allen Regionen rund um den Flughafen.