Endlich hat auch der Bundesrat erkannt, dass ein Businessjet-Betrieb auf dem Flugplatz Dübendorf kaum realisierbar ist. „Wenn der Bund heute von einer ‚neuen Ausgangslage‘ spricht, erstaunt dies“, erklärt Jürg Eberhard, Präsident des Fluglärmforums Süd und Gemeindepräsident von Zumikon. Denn die heute als neu dargestellten Fakten sind längst bekannt und Grund, warum die Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens Zürich einer Umnutzung von Dübendorf als Businessjet-Flugplatz seit 2014 skeptisch begegnen.

Für das Fluglärmforum Süd ist Dübendorf als historischer Flugplatz inmitten des boomenden Glatttals sowohl für den Businessjet-Betrieb wie auch für weitere Verlagerungen vom Flughafen Kloten ungeeignet. Dübendorf darf nicht zur „vierten Piste“ des Flughafens Zürich werden. Eine Mehrbelastung der Bevölkerung muss ausgeschlossen werden.

Wie seriös hat der Bund bisher gearbeitet?

Jürg Eberhard, Präsident des Fluglärmforums Süd kommentiert: „Wie seriös die verantwortlichen Bundesstellen in den vergangenen Jahren an der Planung für Dübendorf gearbeitet haben, lässt sich aufgrund des heute bekannt gegebenen Marschhalts tatsächlich fragen.“ Die Bevölkerung würde sich freuen, wenn solche Grundsatzfragen in der ganzen Flughafenpolitik gestellt würden. Denn vergleichbare Argumente gibt es bei den geplanten Südstarts geradeaus und grundsätzlich auch bei den Hals über Kopf eingeführten Südanflügen.

Richtige Argumente, zu spät beachtet

Gerade die Mehrbelastung der Bevölkerung führt der Bund nun bei seinem heute bekannt gegebenen Marschhalt in der Umnutzungsplanung als Argument an. Die Sicherheit und der Koordinationsbedarf mit den An- und Abflügen auf dem Flughafen Zürich sind die Argumente, warum jetzt weitere Studien in Auftrag gegeben werden und warum sowohl der Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) wie auch das entsprechende Objektblatt überarbeitet werden müssen.