Auch 2018 ist die Zahl der An- und Abflüge am Abend und in der Nacht am Flughafen Zürich gestiegen. Damit steigt die Fluglärmbelastung der Bevölkerung rund um den Flughafen in der Nacht weiter an, obwohl zum Teil leisere Flugzeuge den Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) entlasten. Dass der ZFI-Wert im Vorjahresvergleich insgesamt sinkt, ist angesichts der weiterhin unbefriedigenden Entwicklung am späten Abend und in der Nacht ein schwacher Trost. Der Flughafen und die Zürcher Flughafenpolitik bewegen sich bezüglich Bevölkerungsschutz unverändert in die falsche Richtung.

Wer die aktuelle Medienmitteilung des Zürcher Regierungsrats zum Flughafenbericht 2019 liest, nimmt zur Kenntnis, dass der Regierungsrat sich und der Flughafen Zürich AG erneut Höchstnoten verteilt. „Etwas mehr Selbstkritik wäre angebracht“, moniert Jürg Eberhard, Präsident des Fluglärmforums Süd und Gemeindepräsident von Zumikon. „Unbestritten hat die Schweiz in Zürich einen Vorzeigeflughafen. Unbestritten aber ist auch, dass die Belastung der Bevölkerung rund um den Flughafen aufgrund von unnötigen Nachtstarts und Verspätungen bei den Landungen am Abend weiter steigt. Ein Umdenken bei den Verantwortlichen auf Stufe Kanton und beim Flughafen sehen wir leider nicht. Das ist ärgerlich.“

Nachtruhe als Wettbewerbsvorteil für den Standort Zürich

Das Fluglärmforum Süd fordert erneut, dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung rund um den Flughafen Zürich endlich mehr Rechnung zu tragen. Die Schweiz und der Kanton Zürich hätten es in der Hand, hier ein Zeichen zu setzen. Das Argument, dass Zürich mit der theoretischen Nachtruhe von sieben Stunden eine Ausnahme in Europa sei, verfängt nicht. Erstens wird diese Nachtruheregelung systematisch nicht eingehalten, weil nach 23 Uhr die Zahl der Flüge weiter steigt. Zweitens vergibt sich die Region Zürich damit einen Standortvorteil, den der Kanton im internationalen Städtevergleich durchaus zur Geltung bringen könnte. Denn Lebens- und Wohnqualität sowie Gesundheitsschutz sind heute nicht zu vernachlässigende Faktoren im Attraktivitätsvergleich von städtischen Ballungszentren.

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