2017

Stellungnahme der Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens:

Der Entscheid des Bundesrats für den Südabflug geradeaus bei Bise und Nebel und gegen die Interessen der Bevölkerung im Süden des Flughafens enttäuscht das Fluglärmforum Süd, Plattform der Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens. „Der Bundesrat fährt mit der Dampfwalze über eine ganze Region und stellt sich damit nicht nur gegen uns, sondern auch gegen den Regierungsrat des Kantons Zürich“, erklärt Lothar Ziörjen, Präsident des Fluglärmforums Süd und Stadtpräsident von Dübendorf. Offensichtlich, so Ziörjen, habe der Bundesrat keine politische Güterabwägung gemacht: Die Chancen für den Flughafen, bei den geplanten Pistenverlängerungen eine Mehrheit des Zürcher Stimmvolks zu gewinnen, seien stark gesunken.

Das Fluglärmforum Süd will den Entscheid des Bundesrats analysieren und entsprechende weitere Schritte prüfen. Ins Zentrum rückt dabei nun die zu erwartende Anpassung des Betriebsregelments. Im Gegensatz zum Sachplan Infrastruktur (SIL) stehen hier den Betroffenen verbindliche juristische Instrumente zur Verfügung. Lothar Ziörjen erklärt dazu: „Der Bundesrat hat einen Richtungsentscheid gefällt. Das Bundesgericht wird beim zukünftigen Betriebsregelment zu entscheiden haben, ob Südabflüge geradeaus verhältnismässig und rechtens sind. Bis dann werden Jahre vergehen, welche für die Städte und Gemeinden, die Bevölkerung, den Kanton, aber auch den Flughafen zu Planungsunsicherheit führen.“ Der Flughafen habe es nun in der Hand, hier einen Riegel zu schieben und die Umsetzung der Südabflüge geradeaus nicht zu beantragen.


Pistenverlängerungen sind gefährdet

Das Fluglärmforum Süd hat sich zusammen mit dem Zürcher Regierungsrat vehement gegen die Verankerung von Südabflügen geradeaus im SIL II-Objektblatt eingesetzt. Ohne Erfolg, denn der Bundesrat rechnet mit bis zu 13'000 Südabflüge geradeaus pro Jahr. Dies führt im Süden des Flughafens zu einer massiven Zusatzbelastung. Die neue Route bringt laute Starts direkt über dichtest besiedeltes Gebiet beispielsweise in Schwamendingen, Dübendorf, Gockhausen, Pfaffhausen, Fällanden, Binz, Ebmatingen, Forch, Zumikon, Zollikerberg und Küsnacht. Die Südanflüge am Morgen und Abend entfallen deswegen nicht.


Über das Fluglärmforum Süd

Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform der Gemeinden und Städte im Sü­den des Flughafens Zürich. Es vertritt rund 300’000 Menschen in den Kan­tonen Zürich, St. Gallen und Schwyz, die alle von den Südan­flügen be­troffen sind. Mit der Stadt Zürich ist der Süden des Flughafens eines der dichtest be­siedelten Ge­biete in der Schweiz. Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtli­chen Mitteln die widerrechtlichen und schädlichen Südan­flüge zu stop­pen und Südab­flüge zu verhindern.

 



 

 

Der Regierungsrat des Kantons Zürich stellt gegenüber dem Bund klare Forderungen zum Schutz der Bevölkerung im Fall der Einführung von Südstarts geradeaus. "Die Haltung des Regierungsrats deckt sich in wesentlichen Punkten mit unserer Eingabe an den Bund", kommentiert Lothar Ziörjen, Präsident des Fluglärmforums Süd die Stellungnahme des Regierungsrats. Das Fluglärmforum Süd begrüsst die vom Regierungsrat verlangten Forderungen und Anpassungen zur Einhaltung der Nachtruhe und zur Verhinderung, dass Südstarts geradeaus zur Kapazitätssteigerung genutzt werden. Insbesondere positiv wertet das Fluglärmforum Süd den verlangten Verzicht von Südstarts geradeaus bei Nebel. An seiner Haltung, dass Südstarts geradeaus grundsätzlich abzulehnen sind, hält das Fluglärmforum Süd fest.
Druck aus dem Süden zeigt Wirkung

"Tausende von Einsprachen aus der Bevölkerung sowie die Eingaben der Städte und Gemeinden im Süden des Flughafens dürften den Regierungsrat bestärkt haben, ein deutliches Signal nach Bern zu senden", erklärt Lothar Ziörjen, Präsident des Fluglärmforums Süd und Stadtpräsident von Dübendorf. Offensichtlich sind auch die Berechnungen, welche negativen Auswirkungen der SIL II auf den Zürcher Fluglärmindex (ZFI) haben, in die Haltung des Regierungsrats eingeflossen.

Die verlangten Präzisierungen und Anpassungen sprechen eine deutliche Sprache: Der Flughafen muss endlich die Nachtruhe einhalten. Er soll gegenüber der betroffenen Bevölkerung mehr Verantwortung übernehmen und die Einhaltung der Nachtruhe vor alle anderen Interessen stellen. Skyguide und Flughafen sollen klare, nachvollziehbare Kriterien aufstellen, wann das Bisenkonzept zum Einsatz kommt. Bei Nebel sollen grundsätzlich keine Südstarts geradeaus erlaubt sein. Und Südstarts geradeaus sollen nicht für Kapazitätssteigerungen genutzt werden dürfen.

Bund hat die Wahl: Südstarts geradeaus oder eine echte Chance, dass die Pistenverlängerungen in der Volksabstimmung angenommen werden

Wenn der Bund jetzt über die Bücher geht, sollte er auch eine politische Güterabwägung machen: Ein stark eingeschränktes Südstarts geradeaus-Regime mit einem vom Kanton Zürich zusätzlich auferlegten Wettermonitoring oder der Verzicht auf diese Route mit der Option, dass die Pistenverlängerungen eine echte Chance auf eine Mehrheit im Zürcher Stimmvolk haben.

Über das Fluglärmforum Süd

Das Fluglärmforum Süd ist die Plattform der Gemeinden und Städte im Sü­den des Flughafens Zürich. Es vertritt rund 300’000 Menschen in den Kan­tonen Zürich, St. Gallen und Schwyz, die alle von den Südan­flügen be­troffen sind. Mit der Stadt Zürich ist der Süden des Flughafens eines der dichtest be­siedelten Ge­biete in der Schweiz. Das Fluglärmforum Süd setzt sich zum Ziel, mit allen politischen und rechtli­chen Mitteln die widerrechtlichen und schädlichen Südan­flüge zu stop­pen und Südab­flüge zu verhindern.